Legendärer Rennwagen im Henry Ford Museum 


Ein historisch besonders wertvolles Ausstellungsstück bereichert das Henry Ford Museum & Greenfield Village in Dearborn, Michigan. Es handelt sich dabei um ein Locomobile Rennauto, in Fachkreisen bekannt unter dem Namen “Old 16”. Dieser Wagen stellt einen besonderen Meilenstein in der Amerikanischen Automobilgeschichte dar, war er doch das erste Amerikanische Auto, welches ein internationales Autorennen gewann! Old 16 gewann 1908 den Vanderbilt Cup, eines der bedeutendsten Automobilrennen mit einer Streckenlänge von 414 Kilometern. Die Durchschnittsgeschwindigkeit während des Rennens betrug 102 km/h, die Geschwindigkeit mit der der Wagen über die Ziellinie fegte betrug über 160 km/h! Der damals dreiundzwanzigjährige Fahrer George H. Robertson hatte unter Mithilfe seines Mechanikers Glenn Etheridge einen Vorsprung von 1 min 48 sec auf den Zweitplatzierten herausgefahren. Damals wurden die Rennen von den Automobilherstellern in erster Linie dazu benutzt um die Qualität, die Leistungsfähigkeit und die Verlässlichkeit ihrer Erzeugnisse zu demonstrieren. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Europäischen Fahrzeuge die Rennen dominiert. Dieser Wagen zeigte erstmals die ungeheuren Fähigkeiten, die auch Amerikanische Ingenieure im Automobilbau erreicht hatten.

Der Motor dieses legendären Rennfahrzeuges hatte einen enormen Hubraum von 16 Litern und  leistete zwischen 90 und 110 PS. Er bestand aus vier Gusseisenzylindern mit einem kupfernen Wassermantel. Zum Starten dieses Monsters brauchte man jede Menge Kraft um die Andrehkurbel zu bewegen. Für die Gemischaufbereitung sorgte ein Zenith Steigstromvergaser. Auf eine Auspuffanlage verzichtete man gänzlich. Die Auspuffgase gelangten ohne jede Dämpfung über einfache kurze Rohre, die direkt an den Brennkammern befestigt waren ins Freie! Das Getriebe hatte drei Vorwärtsgänge und war über eine Welle mit dem Zentraldifferential verbunden. Von dort aus wurde die Kraft über zwei Ketten auf die Hinterräder übertragen. Der Wagen war eigentlich seiner Zeit weit voraus, versuchte man doch durch Verwendung von  leichten Materialien wie Aluminium für die Karosserie unnötiges Gewicht zu vermeiden. Dass dies gut gelang zeigt die Tatsache, dass das fertige Fahrzeug lediglich 1.100 kg auf die Waage brachte!

Gebaut wurde das Monster von der Locomobile Car Company in Bridgeport, Connecticut. Die Herstellungskosten verschlangen die enorme Summe von 20.000 Dollar. Zum Vergleich, ein Locomobile Personenwagen kostete gerade mal ein Drittel dieser Summe.

Die Präsentation dieses sensationellen klassischen Rennautos im Henry Ford Museum ist hervorragend. Ein eindrucksvolles Display, in dem das Auto auf realistisch wirkendem Umfeld mit Figuren und Geräuschuntermalung zu sehen ist, wurde im der großen Haupthalle errichtet. Im Rahmen einer Multimedia Show wird ein ausgezeichneter Film über die Geschichte des Wagens gezeigt, der von niemand geringerem als der mit dem Academy Award ausgezeichneten Filmemacherin Sue Marx produziert wurde.

 

Vanderbilt Cup Rennen 1908

PlatzStartnr.FahrerMarkeZeit
116George H. RobertsonLocomobile4:00'48"2 
26Herb LytleIsotta4:02'36"4 
31Joe FloridaLocomobile4:28'10" 
45Karl Klaus LuttgenMercedes4:30'35" 
512George SalzmanThomas 
63Emil StrickerMercedes 
2Al DennisonKnox 
810William A BourqueKnox 
98Joe SeymourThomas  
10Willie Haupt Chadwick 

ausgefallene Teilnehmer

 18Foxhall KeeneMercedesfing Feuer
 7Ryall Mathesonfing Feuer
 17Lewis StrangRenaultKupplungsdefekt
 11Cyrus PatchkeAcmeMotorschaden
 9Kilpatrick HotchkissMotorschaden
 15Louis Chevrolet MathesonMotorschaden
 19 P. GillThomasKupplungsdefekt
 10Pouget RichardBrasierLenkdefekt
 14WilliamsBLMnicht fertig

 

 



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