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Chevrolets legendärer Small-Block V-8  ist 45 Jahre alt


Fast 70 Millionen Chevrolet Small-Block V-8-Motoren sind seit der Vorstellung dieses ersten modernen Chevymotors am 28. Oktober 1954, genau zu Beginn des Modelljahrganges 1955 vom Band gelaufen. Es war dies der legendäre 265 cubic inch Motor, der Chevrolet mit voller Kraft in die Zukunft bewegen sollte. Heute, nach 45 Jahren kontinuierlicher Weiterentwicklung ist dieser Motor immer noch der „Lieblingsmotor“ der Amerikaner. Genau genommen war es gar nicht der erste V-8-Motor von Chevrolet, gab es doch bereits 1917 einen solchen. Wenngleich dieser auch nur bis 1919 produziert wurde so entstanden trotzdem immerhin 2.781 Stück dieses 55 PS starken Triebwerkes. Chevrolets zweiter Versuch war da schon ungleich erfolgreicher und der Motor wesentlich haltbarer. Damit ist nicht nur die Lebensdauer gemeint sondern vielmehr die lange Produktionszeit, die ja bis heute noch immer auf vollen Touren läuft! Als Chevrolet im Jahre 1955 den legendären V-8-Small-Block-Motor auf den Markt brachte, der den guten alten Stovebolt Reihensechszylinder ablöste, brach für die Liebhaber drehmomentstarker und leistungsfähiger Triebwerke eine neue Ära an. Der neue Motor war wirklich ein Riesenschritt nach vorn, hatte sich seit der Einführung des  alten Sechszylinders ja kaum viel verändert. Miteinem mal erschien ein Kraftwerk auf dem Markt, dessen günstiger Drehmomentverlauf den massiven und schweren Chevrolet Modellen zu äußerst beachtlichen Fahrleistungen verhalf.

Die Konstruktion dieses Meisterstückes wird in erster Linie Ed Cole (Abbildung unten) zugeschrieben, dem damaligen Chefkonstrukteur von Chevrolet. Tatsache ist es aber, dass ein ganzer Stab von tüchtigen Technikern die Vorgaben von Ed Cole realisierten. Da waren alleine 14 Zeichner, die 60 Stunden pro Woche an ihren Reißbrettern standen und mit Bleistiften und Linealen und sonstigen einfachen Zeichengeräten unter großem Zeitdruck arbeiteten. Computerunterstütztes Zeichnen gab es damals ja noch nicht! Ed Cole persönlich wachte mit talentiertem Auge über die Fortschritte während der Konstruktion und half jedem einzelnen der Konstrukteure bei der Lösung ihrer jeweiligen Probleme.Wenn man sich vorstellt, dass für die Entwicklung dieses Prachtstückes nur knapp 15 Wochen Zeit zur Verfügung stand, muss man sich wundern, dass Ed Cole, Ed Kelley und Harry Barr, die an der Entwicklung des Motors maßgeblich beteiligt waren, auf den ersten Anhieb ein Aggregat schufen, welches im Prinzip bis heute die leistungsstärksten Fahrzeuge der Marke (Impala SS und Corvette) viele weniger spektakuläre Wagen wie Lastwagen und Busse antreibt.

Von Anfang an verfolgte man ein wohlüberlegtes Konzept: Die Maschine sollte leicht sein, darum versuchte man den Motorblock möglichst dünnwandig zu gestalten. Wie gut man dieses Problem damals löste leuchtet einem ein wenn man sich überlegt, dass der bis dahin gebaute Sechszylinder-Reihenmotor sogar um zwanzig Kilogramm schwerer war als der neue V-8! Dennoch sollte das neue Triebwerk starken Leistungsausbeuten gewachsen sein, deshalb verwendete man geschmiedete Kurbelwellen in fünffacher Lagerung. Auch auf Wartungsfreundlichkeit sollte wertgelegt werden, darum haben diese Motoren hydraulische Ventilstößel, die ein Ventileinstellen überflüssig machten.Mit einem mal war Chevrolet nicht mehr nur der "Low Price Leader", nicht nur ein billiges Auto für den kleinen Mann, sondern ein Hochleistungsauto, welches mit fast jedem anderen oft viel teurerem Auto, auf der Strasse mithalten konnte!

Das ungeheuere schlummernde Leistungspotential dieser Maschine wurde frühzeitig auch von der amerikanischen Hotrodszene erkannt und man musste nicht lange warten und geschickte Tuner holten in kurzer Zeit unglaubliche Leistungen aus den sehr standfesten Motoren, welche die Hotrod- und Custom-Szenebis heute dominieren. Daran konnte auch der 1958 erschienene Big-Block-Motor, in Insiderkreisen "Rat-Motor" genannt, kaum etwas ändern. Selbst die meisten Ford-Hotrods sind heutzutage mit einem Small-Block Chevy ausgerüstet. Ein ganzer Industriezweig, der unzählige mehr oder weniger sinnvolle Zubehör- und Tuningteile herstellt, lebt ebenfalls sehr gut davon!

Da der Trend auch schon zur damaligen Zeit sehr stark zu Mehrleistung ging, wollte Chevrolet ebenfalls auf dieser Welle mitschwimmen, da man sich durch starke und schnelle Fahrzeuge das Prestige verschaffen wollte um die Volumensmodelle daraufhin entsprechend besser verkaufen zu können. Es gab im Laufe der Zeit mehrere Überlegungen wie man die erwünschte Leistungssteigerung am effizientesten aus den Maschinen herausholen könnte. Zwei Vierfachvergaser hatte man schon, Aufladung durch Kompressor, so befürchtete man, würde die Zuverlässigkeit der Motoren herabsetzen, so besann man sich auf eine Art der Leistungserhöhung wie man sie in Europa bereits kannte: Die Kraftstoffeinspritzung.

Während seiner langen Geschichte wurde der Chevy Small-Block oder auch „Mouse Motor“, wie er von Fans liebevoll genannt wird, mit zehn verschiedenen Hubraumgrößen von 262 bis 400 cubic inch gebaut, mit Höchstleistungen von 110 bis 375 PS. Die am längsten gebaute Version ist die des 350ers, der 1967 eingeführt wurde und bis heute neben dem 305er in den meisten Chevrolets eingebaut wurde. Alle diese fast 70 Millionen Motoren sind im Grunde nur modifizierte Abkömmlinge der ursprünglichen 265er-Version von 1955. Ed Cole und sein Team von Entwicklungsingenieuren hätten sich damals sicher nicht träumen lassen, dass ihre mittlerweile legendäre Konstruktion die kommenden Jahrzehnte bis heute überdauern sollte! Diese  kräftigen Motoren, die seit 45 Jahren gebraucht, missbraucht, vernachlässigt und gemartert wurden ohne sich zu beklagen ließen sich auch nicht verdrängen durch Ölembargos, Abgasbestimmungen, Flottenverbrauchsvorschriften und Ähnlichem. Nicht einmal das Erscheinen des großen Bruders, des Big-Blocks, konnte ihnen etwas anhaben. Mögen sie weitere 45 Jahre regieren! 

TPI Motor

Der Small-Block in seiner modernen TPI-Version

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